Keine Kürzungen auf Kosten der Kinder

Vor dem Hintergrund der skandalösen landesweiten Kürzungen an Gesamtschulen mobilisiert die GEW zur Demonstration auf dem Römerberg am Mittwoch den 29. April 2026. Dazu Ayse Dalhoff, Stadtverordnete der Linksfraktion im Römer:

„Die Kürzungen bezüglich Gesamtschulen betreffen in besonderem Maße Schulen in Frankfurt. Das ist nicht hinnehmbar. Während der Bildungsetat des Landes steigt, wird bei eben den Schüler*innen, Lehrenden und Standorten gespart, die es am nötigsten haben“, kritisiert Dalhoff.

Landesweite Kürzungen im Bildungswesen treffen vor allem Gesamtschulen mit binnendifferenzierten Unterrichtsstrukturen, hierbei seien für das Schuljahr 2026/27 Einsparungen im Millionenbereich vorgesehen. „Die dadurch wegfallenden Förderungen und Lehrkräftestunden stehen im direkten Widerspruch zu den großen integrativen Erfolgen des binnendifferenzierten Ansatzes. Das Menschenrecht auf Inklusion wird so mit Füßen getreten“, so Dalhoff. „Unter keinen Umständen darf an Gesamtschulen gespart werden. Wir zeigen uns mit den betroffenen Lehrenden, den Schüler*innen und den Eltern solidarisch.“

Die Demonstration der GEW gegen Kürzungen an Gesamtschulen findet am 29. April zwischen 15:00 und 17:30 Uhr auf dem Römerberg statt.

Die Fraktion die Linke im Römer solidarisiert sich mit den Demonstrierenden.

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Der Club Voltaire bleibt – Die Linke gratuliert

Die Immobilie, in der auch der Club Voltaire sein Zuhause hat, wird durch die Stiftung medico international gekauft. Damit hat der Club eine langfristige Perspektive als wichtiger Ort für linke Debatten und Austausch. Dazu äußert sich Michael Müller, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Römer:

„Ein guter Tag für Frankfurt. Der Club Voltaire, Anker antikapitalistischen Protests mit Ausstrahlung weit über Frankfurt hinaus und einer der wenigen Orte, der nicht der Profitmaximierung dient, bleibt. Das ist der Verdienst der vielen Frankfurter*innen, die sich in den letzten Wochen vehement für diese Kulturinstitution eingesetzt haben. Die Linke dankt der Stiftung medico international, die als künftige Eigentümerin dafür sorgt, dass diese Institution an ihrem angestammten Ort im Schatten der Bankentürme bleiben kann.“

Müller kritisiert: „Immer mehr Kulturinstitutionen fallen Profitgier zum Opfer und werden immer weiter verdrängt. Die freie Kulturszene ist eine Aushängeschild Frankfurts und gesichtslose Wohn- und Bürohochhäuser stehen für ein kaltherziges Frankfurt, in dem Solidarität und kritische Reflexion immer weniger Platz finden.“

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Gegen Sozialabbau und Umverteilung nach oben

Angesichts der aktuellen Proteste gegen Sozialabbau in Reaktion auf die vom Paritätischen Gesamtverband geleakte Streichliste, die eine Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden unter Leitung des Kanzleramts erstellt hatte, erklärt Daniela Mehler-Würzbach, Fraktionsvorsitzende der Linken im Römer:

„Was hier als ›Effizienter Ressourceneinsatz‹ geframed wird, ist ein Angriff auf die Wehrlosesten unserer Gesellschaft und auf über Jahrzehnte erkämpfte soziale Errungenschaften. Der grüne Oberbürgermeister von Hannover hat angekündigt, gegen die Streichliste zu protestieren und das ungeheuerliche Vorgehen im Präsidium des Städtetags aufarbeiten zu wollen. Wo steht hier Mike Josef?“

Mehler-Würzbach weiter: „Als Mitglied des Präsidiums muss der Frankfurter Oberbürgermeister sich im Städtetag dafür einsetzen, die Kürzungen bei Bedürftigen abzuwenden und die Kommunen finanziell so auszustatten, dass sie ihre Aufgaben erfüllen können. Statt die Axt an den Sozialstaat zu legen, muss Umverteilung im Fokus stehen: Laut der heute veröffentlichten ARD-Umfrage finden es 81 Prozent der Hess:innen ungerecht, wie der Wohlstand im Land verteilt ist. Viele befürworten eine Vermögens- und höhere Erbschaftssteuer und die Einführung einer Übergewinnsteuer. Statt weiter Ideen für den sozialen Kahlschlag zu sammeln, die Alleinerziehende noch stärker in Armut stürzen, Menschen mit Behinderung von Teilhabe ausschließen, wäre jetzt die Zeit für soziale Gerechtigkeit. Auch die Sozialdemokratie sollte sich an diesen Begriff trotz ihrer Juniorpartnerschaft mit der CDU endlich wieder erinnern.“

Hintergrundinformation:

Das Arbeitspapier „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“ enthält über 100 Seiten mit Kürzungsvorschlägen in der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) sowie der Eingliederungshilfe (SGB IX) mit einem Gesamtvolumen von mindestens 8,6 Milliarden Euro. Das tatsächliche Kürzungsvolumen liegt noch erheblich höher, da knapp zwei Drittel aller Vorschläge gar nicht mit Zahlen unterlegt sind. Die Liste, die als „Entwurf“ gekennzeichnet ist, zielt vor allem auf Leistungen für Menschen mit Behinderung, Kinder- und Jugendliche ab. Der Paritätische sprach bei der Veröffentlichung von „drastischen Einschnitten in den Sozialstaat.“ Unter anderem sehen diese die Streichung individueller Rechtsansprüche auf Schulbegleitung und die Einschränkung des Wunsch- und Wahlrechts von Menschen mit Behinderungen vor. Zudem soll die Nachbetreuung von in Jugendhilfeeinrichtungen aufgewachsenen jungen Menschen nach deren 18. Geburtstag abgeschafft werden. Der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende soll rigide zusammengestrichen werden. Er soll an Personen, deren Ex-Ehepartner*innen den Unterhalt nicht zahlen, künftig nur noch bis zum zwölften Geburtstag des Kindes gezahlt werden. Bisher wird er bis zur Volljährigkeit gewährt.

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Demokratische Parteien müssen Brandmauer aufrechterhalten

Anlässlich der Wahlen zum Präsidium der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung erklären die Vorsitzenden der Fraktion Die Linke im Römer, Michael Müller und Daniela Mehler-Würzbach:

„Bei der konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im Römer erhielt die rechtsextreme AfD-Fraktion eine zusätzliche Stimme von außerhalb der eigenen Fraktion für ihren Wahlvorschlag für die Schriftführung im Präsidium. Nach Losentscheid wird sie nun künftig mit einer Person im Präsidium der Stadtverordnetenversammlung vertreten sein. Das ist ein bitteres Signal für Frankfurt und hätte von den demokratischen Parteien im Römer gemeinsam verhindert werden müssen.“

„Es ist nun die Aufgabe aller Demokrat:innen im Römer, dem Hass und der Hetze der erstarkten AfD einen Riegel vorzuschieben, ihre Normalisierung zu bekämpfen und sich entschieden abzugrenzen. Mit der rechtsextremen AfD darf es keine Form der Zusammenarbeit geben“, so Müller und Mehler-Würzbach abschließend.

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Nach SPD-Entscheidung: Die Linke bleibt verlässliche Kraft für ein bezahlbares Frankfurt

Anlässlich der Entscheidung der SPD Frankfurt, die Sondierungen für ein Bündnis mit Grünen, Linken und Volt zu beenden und damit einen sozialen Politikwechsel nicht weiter zu verfolgen, erklären die Vorsitzenden der Linken Frankfurt, Janine Wissler und Tobias Blank, sowie die Fraktionsvorsitzenden im Römer, Daniela Mehler-Würzbach und Michael Müller:

Die Entscheidung der SPD, die Sondierungen für ein Bündnis mit Grünen, Linken und Volt zu beenden und stattdessen Koalitionsverhandlungen mit der CDU aufzunehmen, ist eine schlechte Nachricht für Frankfurt.

Die Linke hat in den vergangenen Monaten gezeigt, worauf es ankommt: konkrete Verbesserungen für die Menschen. Wir haben dem Haushalt 2026 zu einer Mehrheit verholfen und dabei soziale Fortschritte durchgesetzt – etwa ein kostenfreies Kita-Jahr, kostenloses Frühstück in Kitas und Grundschulen, eine Arbeitsmarktzulage für städtische Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen und das Ziel von 10.000 zusätzlichen Sozialwohnungen bis 2030. Auch beim Suchthilfezentrum haben wir Verantwortung übernommen und eine notwendige Lösung ermöglicht. An diesen Weg will die SPD offenbar nicht anknüpfen.

Für uns stand in den Gesprächen im Mittelpunkt, das Leben in Frankfurt bezahlbarer zu machen: Mieterinnen und Mieter entlasten, eine andere Wohnungspolitik durchsetzen und soziale Sicherheit stärken. Stattdessen droht nun ein Bündnis, das eher für Kürzungen, Rückschritte in der sozialen Politik und eine Verkehrspolitik steht, die an den Bedürfnissen vieler Menschen vorbeigeht.

Wir bedauern, dass die SPD der CDU in Frankfurt wieder den Weg an die Regierung ebnen will. Dass SPD und CDU bereits im Bund und in Hessen gemeinsam regieren, macht diese Entscheidung nicht besser. Im Gegenteil: Dort sehen wir, dass diese Konstellation zentrale Probleme nicht löst, sondern zu Stillstand, sozialen Schieflagen und unzureichenden Antworten auf steigende Lebenshaltungskosten führt. Frankfurt hätte einen sozialen und zukunftsorientierten Kurs gebraucht.

Wir haben uns in den vergangenen Tagen bewusst nicht an öffentlichen Auseinandersetzungen beteiligt. Die Menschen in dieser Stadt erwarten zu Recht, dass ihre Probleme gelöst werden, und nicht, dass Befindlichkeiten über die Medien ausgetragen werden.

Die Linke wird die anstehenden Koalitionsverhandlungen kritisch begleiten. Sollte es zu einer CDU-geführten Koalition kommen, werden wir eine klare, soziale und konsequente Opposition sein – im Interesse der vielen, die sich steigende Mieten und Sozialabbau nicht leisten können.

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Eröffnung Terminal 3: Kein Tag zum Feiern

Heute wird das Terminal 3 am Flughafen Frankfurt feierlich eröffnet. Dazu erklärt Daniela Mehler-Würzbach, Fraktionsvorsitzende der Linken im Römer:

„Heute ist kein Tag zum Feiern. Mit Terminal 3 wurde ein Ausbau vorangetrieben, der die Belastungen durch Fluglärm und Schadstoffe weiter verschärft. Hier wurden Konzerninteressen über die Gesundheit der Menschen gestellt. Dabei ist das Terminal nicht mal nötig: Entgegen der prognostizierten Zuwächse stagnieren die Flugbewegungen. Auch zeigen die letzten Jahre, wie krisenanfällig der Luftverkehr ist. Trotzdem wird weiter auf Expansion gesetzt – auf Kosten der Menschen in der Region und des Klimas.“

Mehler-Würzbach weiter: „Es müsste Aufgabe der Politik sein, die Interessen der vom Fluglärm und von Schadstoffen betroffenen Bevölkerung gegen diesen Wachstumswahnsinn durchzusetzen. Stattdessen hat sie sich zum politischen Erfüllungsgehilfen der Expansionsinteressen gemacht.“

Mehler-Würzbach abschließend: „Der Flughafenausbau ist und bleibt der falsche Weg. Wir fordern weiterhin eine klare Kehrtwende: weniger Flugbewegungen, die Verlagerung von Kurzstrecken auf die Schiene und ein konsequentes Nachtflugverbot.“

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Verkauf des Eschersheimer Wasserturms an Investor stoppen

Zu den Verkaufsplänen der im Besitz des Energieversorgers Mainova AG befindlichen Eschersheimer Wasserturms inklusive des dazugehörigen Geländes an einen privaten Investor äußert sich Deniz Avan, Stadtverordneter der Fraktion Die Linke im Römer:

„Der Eschersheimer Wasserturm darf auf keinen Fall in die Hände eines profitorientieren Investors gelangen, der ausschließlich Gentrifizierung im Stadtteil befeuern würde. Das denkmalgeschützte Gebäude verfällt seit Jahren immer weiter. Statt der Verantwortung dieser historisch wertvollen Sehenswürdigkeit nachzukommen und sie schnellstmöglich zu sanieren, versucht hier ein mehrheitlich städtisches Unternehmen – die Mainova AG – ein unliebsames Gebäude loszuwerden. Hier soll einmal mehr ein Gebäude, das Investitionen bedarf, verhökert werden.“

Avan weiter: „Nachdem die Stadt Frankfurt Anfang der 2000er Jahre nicht nur öffentliche Wohnungen, sondern auch öffentlichen Grund und Boden verscherbelt hat, startet jetzt der Ausverkauf unserer Freizeit- und Naherholungsinfrastruktur. Einen weiteren Ausverkauf unserer Stadt können wir uns angesichts der Wohnungskrise und sich verschärfender sozialer Spaltungen nicht leisten. Deshalb fordern wir: Die Stadt muss den Wasserturm inklusive Gelände erwerben und ein Verkauf an einen Privatinvestor stoppen.“

Dass die Stadt Frankfurt kein Interesse daran hat, das Gelände zu übernehmen, sei politisch völlig verantwortungslos. Avan erklärt: „Der Verkauf ist eine einmalige Chance, eine kulturelle Nutzung und die Öffnung des 1.400 Quadratmeter großen Geländes für die Stadtgesellschaft zu ermöglichen. Der Wasserturm muss künftig für eine breite Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und dafür ist ein Ankauf durch die Stadt notwendig. Eine gemeinwohlorientierte Weiterentwicklung des Geländes durch die öffentliche Hand ist ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Teilhabe im Stadtteil, aber auch darüber hinaus. Denkbar wäre zum Beispiel die Vergabe der Turmbewirtschaftung an einen sozialen Träger oder eine Klimainitiative. Die Stadt muss hier unbedingt ihrer Verantwortung gerecht werden.“

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Das La Gata wurde zwangsgeräumt – Stadt Frankfurt muss umgehend bei der Raumsuche unterstützen

Zur gestrigen Räumung der seit fast 55 Jahren bestehenden Lesbenkneipe „La Gata“ in Sachsenhausen äußert sich Michael Müller, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Römer:

„Wir sind zutiefst erschüttert darüber, dass die älteste Lesbenkneipe der Welt, La Gata, nun Geschichte ist. Damit hat Frankfurt einen wichtigen Begegnungsort und Schutzraum für lesbische, bisexuelle und trans Frauen* verloren. Dieser Verlust macht uns wütend und traurig zugleich. Die gestrige Zwangsräumung ist zutiefst ungerecht und zerstört einen wichtigen Teil lesbischer Kultur in Deutschland. Wir verurteilen die Räumung aufs Schärfste. Das La Gata ist ein elementarer Teil einer Gesellschaft, die Vielfalt und gegenseitigen Respekt als Grundwerte aktuell immer stärker gegen Angriffe von rechts verteidigen muss. Solche Orte sind von unschätzbarem Wert und müssen unbedingt geschützt werden.“

Diese Zwangsräumung sei Ausdruck eines immer zügelloseren Immobilienmarktes. Müller führt aus: „Maximale Profitgier und Unbarmherzigkeit prägen den Frankfurter Immobilienmarkt. In der Folge verlieren Menschen ihre gesamte Existenz: Wirtin Erika Wild verliert nach über einem halben Jahrhundert ihr Lebenswerk. Zwangsräumungen müssen daher um jeden Preis verhindert werden. Wir müssen in Frankfurt endlich dafür sorgen, dass kulturelle Orte besser vor Profitgier und Entmietung geschützt werden. Dafür muss der Bestand an öffentlichen Immobilien deutlich ausgebaut werden – beispielsweise durch die städtische ABG Holding – damit dauerhaft bezahlbare Gewerberäume zur Verfügung gestellt werden können.“

Abschließend sagt Müller: „Frankfurt verliert unwiederbringlich einen wichtigen kulturellen Ort. Die Stadt darf nicht tatenlos zusehen. Sie muss das La Gata schnellstmöglich dabei unterstützen, einen neuen geeigneten Ort zu finden.“

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Leerstand und Verfall in der Stiftstraße endlich beenden

Mitten in der Frankfurter Innenstadt verfällt das städtische Gebäude in der Stiftstraße 32. Die Immobilie gehört der Stadt Frankfurt, die das Haus verfallen lässt und jetzt mitgeteilt hat, dass sich die geplante Konzeptvergabe weiter verzögere. Die Linksfraktion hat bereits im Dezember 2024 in einem Antrag gefordert, die leerstehenden Wohnungen umgehend zu sanieren und schnellstmöglich als bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Dazu erklärt Dominike Pauli, Stadtverordnete der Fraktion Die Linke im Römer:

„Dass in der Stiftstraße seit Jahren Stillstand herrscht und das Gebäude mit jedem Tag weiter verfällt, ist politisch völlig verantwortungslos. Tausende Menschen in Frankfurt suchen händeringend nach einer bezahlbaren Wohnung und die Stadt tut nichts gegen ihren selbst produzierten Leerstand. Bereits 2022 konnte durch großen Druck durch die Linksfraktion letzter Sekunde verhindert werden, dass die Immobilien an einen Investor verkauft wird. Dass es der Stadtregierung innerhalb von fünf Jahren nicht gelingt, ein Konzeptverfahren in die Wege zu leiten, ist ein Armutszeugnis. Jeder weitere Tag Leerstand bedeutet: Die Immobilie vergammelt weiter, Instandhaltungskosten schießen in die Höhe und Mieter*innen werden weiter im Stich gelassen. Dieser unhaltbare Zustand der politischen Untätigkeit muss schnellstmöglich beendet werden.“

Als Begründung für die Verzögerung der Konzeptvergabe, die bereits im März 2022 beschlossen wurde, wird genannt, dass „Kapazitäten für die Konzeptvergabe der Stiftstr. 32 […] noch nicht vorhanden [seien]“. Pauli kritisiert: „Seit Jahren wird immer wieder auf die Probleme beim Amt für Bau und Immobilien (ABI), die für die Verwaltung städtischer Immobilien zuständig ist, verwiesen. Der massive Personalmangel ist allen bekannt. Das zeugt nicht nur von einer Überforderung, sondern von einem massiven strukturellen Problem. Und trotzdem wird nichts gegen diesen Missstand unternommen. Dass andere Konzeptvergaben, wie zum Beispiel der Paradieshof oder die Wittelsbacher Allee 89, viel weiter fortgeschritten sind, zeigt, was in dieser Stadt möglich ist, wenn es einen politischen Willen gibt.“

Pauli abschließend: „Jede leerstehende Wohnung ist eine zu viel. Die Stadt Frankfurt muss angesichts der riesigen Wohnungsnot verantwortungsvoll mit ihren eigenen Immobilien umgehen. Der Leerstand in der Stiftstraße muss umgehen beendet werden. Es ist Zeit, zu handeln: Soziale Wohnnutzung statt Leerstand und Verfall. Das Gebäude muss schnellstmöglich an einen gemeinwohlorientierten Akteur vergeben werden.“

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Grundrechte mit Füßen getreten: KI-gestützte Gesichtserkennung ab jetzt auf der Zeil

Ab sofort weitet die Stadt Frankfurt die Gesichtserkennung mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Hauptwache und Konstablerwache aus. Dazu erklärt Michael Müller, Fraktionsvorsitzender der Fraktion Die Linke im Römer:

„Die ab sofort eingesetzte biometrische Gesichtserkennung auf der Zeil ist ein völlig unverhältnismäßiger Eingriff in fundamentale Grundrechte. Der Einsatz von KI-betriebenen Überwachungssystemen ist nicht nur verfassungsrechtlich hoch umstritten, sondern auch ein Bruch der von der EU erlassenen KI-Verordnung. Die CDU prescht hier vor und ignoriert jegliche Bedenken gegen diese massive Ausweitung der Überwachung im öffentlichen Raum. Ich erwarte vom Frankfurter Magistrat eine deutliche Kritik an diesem Vorgehen.“

Hessen begann bereits 2025 mit der KI-basierten Überwachung öffentlicher Räume. Müller weiter: „Das Pilotprojekt im Bahnhofsviertel, bei welchem Bilder der Überwachungskameras durch KI mit Fahndungsdatenbanken abgeglichen werden, wird zu Recht von verschiedenen Seiten kritisiert. Dies hat nicht zuletzt mit dem Unternehmen zu tun, welches die Polizeisoftware an Hessen liefert. Palantir ist ein undurchsichtiges, der Trump-Regierung nahestehendes KI-Unternehmen, welches unter keinen Umständen Zugriff auf die Bio-Daten der Bürger*innen hätte bekommen dürfen.“ Dass dieses Pilotprojekt noch vor einer kritischen Evaluierung auf zwei weitere zentrale Standorte
in der Stadt ausgeweitet wird, sei erschreckend und ein höchst fahrlässiges Agieren.

Müller kritisiert: „Nicht nur werden Menschen, die sich in der Innenstadt aufhalten, unter
Generalverdacht gestellt, auch die Frage, was mit den getätigten Aufnahmen passiere, ist nicht geklärt. Eine intransparente, ausschließlich von der Polizei ausgeführte KI-Überwachung der Marke Palantir, ist das Letzte was die Stadt Frankfurt braucht.“

Müller abschließend: „1970 erfand Hessen den Datenschutz und warnte vor den Folgen, Daten und Überwachung allein in die Hände der Exekutive zu legen. Heute stellt die Stadt Frankfurt das Pionierprojekt des Landes in Sachen KI-Überwachung dar. Diese Entwicklung ist unerträglich. Wir fordern den sofortigen Stopp der KI-Überwachung.

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