Künstler*innen der freien Theaterszene brauchen eine finanzielle Perspektive

Die Drei-Jahres-Förderung der Stadt Frankfurt wird innerhalb der Kulturlandschaft zu massiven Umbrüchen führen, weswegen die freie Theaterszene sich nun mit einem offenen Brief an Kulturdezernentin Hartwig (SPD), den Magistrat, den Theaterbeirat und das Kulturamt gewendet hat. Michael Müller, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Römer, zeigt sich mit den Kulturschaffenden solidarisch.

„Es ist zu wenig“, erklärt Müller angesichts der vom Magistrat beschlossenen 3-Jahres-Förderung für Kulturschaffende. Insgesamt würde die Förderung der freien Theater-, Tanz- und Performance-Szene, außerhalb der Städtischen Bühnen, sich künftig wohl nur noch auf 3,9 Millionen Euro pro Jahr belaufen. „Dem gegenüber stehen Anträge in Höhe von rund 7,28 Millionen Euro. Es droht ein finanzieller Kahlschlag bei vielen Kulturschaffenden, die eh schon kaum über die Runden kommen“, so Müller. Die Folgen seien absehbar. Kulturschaffende würden ihre Tätigkeit beenden und Kreativität und kulturelles Schaffen würden einer Kürzungslogik unterworfen werden. â€žDie freie Szene ist seit Jahren unterfinanziert“, kritisiert Müller. „Wenn jetzt der Ruf laut wird, dass Fundraising als letzte Maßnahme eingesetzt werden solle, dann vergisst man, dass die kulturelle Landschaft in Frankfurt ein unverzichtbarer Teil dieser Stadt ist.“

Müller abschließend: „Wir als Linke lehnen den Sparzwang der Stadt ab und fordern konsequente und stabile Förderungen der kulturellen Landschaft. Zudem muss über die Verwendung der Gelder aus der Tourismusabgabe neu verhandelt werden, die sich auf bis zu 20 Millionen Euro pro Jahr belaufen. Kulturschaffende sollten bei der Verteilung dieser Gelder stärker berücksichtigt werden. Außerdem muss die Stadt endlich darauf verzichten, einmalige Events wie das „World Design Capital“ im großen Stil zu fördern, deren kultureller Nutzen, im Gegensatz zur freien Theaterszene, überschaubar ist.“

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Linke kritisiert Partypoints nach JPMorgan Lauf

Nach dem heute stattfindenden JP Morgan Lauf werden viele öffentliche Parks und Grünflächen für sogenannte Partypoints der teilnehmenden Unternehmen und Firmen gesperrt. Das kritisiert Heike Leitschuh, Stadtverordnete der Fraktion Die Linke im Römer:

„Öffentliche Grünflächen müssen für alle zugänglich sein. Es darf nicht sein, dass Unternehmen Geld zahlen, um sie sperren zu lassen, dort teure Partys veranstalten und die Grünflächen extrem zerstört hinterlassen. Doch die Stadt trägt hierbei Verantwortung. Es gibt genug versiegelte Flächen, auf denen solche Partys stattfinden können. Parks und Grünflächen sind für alle da, nicht für die Banken.“

Unternehmen und Firmen müssen sowohl für die Teilnahme als auch für die Partypoints zahlen. Leitschuh abschließend: „Die teuren Partypoints sperren die Orte, an denen Frankfurter*innen hingehen, um etwas Ruhe und Grün zu finden. Das wird ihnen durch die Kommerzialisierung verwehrt. Am Ende bleiben zerstörte Grünflächen. Wir fordern: Für diese Zerstörung sollen die beteiligten Unternehmen aufkommen. Zudem wurden die Bürger*innen vorab nicht informiert und sind zurecht sauer. Das spaltet unsere Gesellschaft zusätzlich.“

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Kinder Cops – mehr als fragwürdig

Das Pilotprojekt ‚Kinder Cops‘ der Frankfurter Polizei soll nun verlängert und auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden. Das kritisiert Michael Müller, Vorsitzender der Linksfraktion im Römer folgendermaßen:

„Bei dem Projekt ‚Kinder Cops‘ geht es eindeutig nicht darum, dass Kinder unvoreingenommen und neutral über die Arbeit der Polizei aufgeklärt werden. Komplett unkritisch wird der Beruf der Polizist*innen als â€šFreund und Helfer‘ der Bürger*innen dargestellt – scheinbar ohne jegliche pädagogische Begleitung. Und das in einer Stadt, in der gravierende Polizeiskandale zu verzeichnen sind â€œ, so Müller. In den letzten Jahren stand die Frankfurter Polizei unter anderem mit dem NSU 2.0, rechtsextremen Chatgruppen und Racial Profiling in den Schlagzeilen.

Müller abschließend: „Kinder brauchen kein Betreuungsprogramm der Polizei, bei welchem indirekt â€šLaw-and-Order‘ Sicherheitspolitik gepredigt wird. Wenn überhaupt bräuchte es ein pädagogisches Konzept einer neutralen Instanz, mit welchem junge Frankfurter*innen mit allen Facetten der städtischen Sicherheitspolitik und der Polizeiarbeit vertraut gemacht werden.“

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Rückschrittskoalition im Römer: Freifahrtschein für Luxusinvestoren

Die Linke im Römer kritisiert die Ankündigung der neu geplanten Koalition aus CDU, Grünen und SPD unter Beteiligung von Volt den bisherigen Frankfurter Baulandbeschluss abzuschwächen. Dieser wurde 2020 beschlossen und sah bisher vor, 70 Prozent soziale Vorgaben für Investoren bei Neubauprojekten zu machen. Nun kündigte die neue Regierung an, dass die Förderquoten im Baulandbeschluss nur noch zur Hälfte vorgegeben werden sollen. Dazu erklärt Alexis Passadakis, Stadtverordneter der Fraktion Die Linke im Römer:

„Mit der Ankündigung den Baulandbeschluss aufzuweichen, bedient die künftige Regierung ihr Klientel der reichsten 10 Prozent und positioniert sich als Rückschrittskoalition. Mit einer Abschwächung des Baulandbeschlusses ist künftig der Bau von mindestens 50 Prozent Eigentumswohnungen wieder möglich. Das bedeutet konkret: Neubauviertel mit noch mehr teuren Luxuswohnungen und Renditemöglichkeiten für profitorientierte Investoren statt dringend benötigter bezahlbarer Wohnungen. Aus wohnungspolitischer Sicht, wäre es erstens nötig, die Quoten für insbesondere geförderten Wohnungsbau massiv auszuweiten und zweitens unabdingbar, dass die Quoten auch konsequent umgesetzt werden. Das neue Zweckbündnis, das die Zukunft Frankfurts für die nächsten fünf Jahre gestalten wird, steht schon vor Regierungsantritt für ein wohnungspolitisches Rollback. Wie kann man nur dermaßen vor Investoren einknicken?“

Zum künftigen Stadtteil der Quartiere an der A5 äußert sich Passadakis wie folgt: „Insbesondere im Lichte der Planungen des neuen sogenannten Stadtteils der Quartiere, bei dem viele neue Wohnungen geplant sind, wäre eine weitere Entwertung des Baulandbeschlusses absolut verheerend. Offenbar planen SPD und Grüne dieses ökologisch sensible Gebiet vor allem mit höchstpreisigen Wohnungen für die schmale Spitze der gut Betuchten zu versiegeln.“

Passadakis abschließend: „Gerade, weil einer Kommune perspektivisch nicht das Instrument der Vergesellschaftung privater Wohnungsbestände zur Verfügung steht, ist eine soziale Ausgestaltung von Neubauvorhaben so wichtig. Insbesondere in einer Stadt mit weiterhin sehr angespanntem Wohnungsmarkt darf der Anspruch auf bezahlbares Wohnen nicht so leichtfertig aufgegeben werden. Die Quoten für geförderten Wohnungsbau dürfen auf keinen Fall abgesenkt, sondern müssen deutlich erhöht werden.“

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Freibäder früher öffnen

Die Linke im Römer fordert in einem Antrag, dass geprüft werden soll, wie alle Frankfurter Freibäder ab 2027 bei Bedarf bereits Mitte Mai geöffnet werden können. Dazu erklärt Alexis Passadakis, Stadtverordneter der Linksfraktion im Römer:

„Pfingsten 2026 war es extrem heiß. Bei Ausnahmetemperaturen von über 30 Grad suchten viele Menschen Schutz vor Hitze, unter anderem in dem sehr familienfreundlichen Brentanobad. Doch dort standen sie vor verschlossenen Türen. Ein Großteil der Freibäder war nicht offen, insbesondere die unbeheizten. Seit Jahren verzeichnet Frankfurt immer früher Rekordtemperaturen und trotzdem reagiert die Stadt nicht adäquat. Es werden Nebelduschen und grüne Zimmer aufgestellt. Das sind Tropfen auf einem sich ständig erhitzenden Stein. Also komplett wirkungslos. Ein erster Schritt ist daher, alle Freibäder – nicht nur die beheizten – schon früher für eine Öffnung vorzubereiten, damit ab 2027 kein Kind mehr vor geschlossenen Türen steht.“

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Taxifahrer*innen nicht im Stich lassen

Anlässlich der aktuellen Berichterstattung über mutmaßlich illegale Beschäftigung und millionenschweren Sozialbetrug im Umfeld von Uber- und Bolt-Unternehmen fordert die Linksfraktion den Magistrat auf, unverzüglich Mindestbeförderungsentgelte für Mietwagen einzuführen. Dazu erklärt Daniela Mehler-Würzbach, Vorsitzende der Fraktion:

„Frankfurt hat sich zu einem Eldorado für Lohndumping, mutmaßlich illegale Beschäftigung und Sozialbetrug im Mietwagengewerbe entwickelt. Die aktuellen Ermittlungen zeigen, dass dies kein Randproblem mehr ist. Dumpingpreise, Scheinselbstständigkeit, illegale Beschäftigung und Sozialbetrug sind die Folge eines Geschäftsmodells, das auf immer niedrigeren Preisen und wachsendem Druck auf Beschäftigte basiert.“

Besonders betroffen seien die vielen selbstständigen Taxifahrer*innen und Taxiunternehmen, die sich an Recht und Gesetz halten. Sie stünden seit Jahren unter existenziellem Druck, während sie zugleich eine wichtige Aufgabe für die öffentliche Mobilität in Frankfurt erfüllen.

Mehler-Würzbach weiter: „Angesichts der Einführung von Mindestpreisen für Mietwagen in München und Köln zeigt sich: Es kann anders laufen. Politik kann entschlossen handeln, damit ungleiche Wettbewerbsbedingungen endlich der Vergangenheit angehören. Währenddessen lässt ein 2025 beschlossenes Rechtsgutachten in Frankfurt noch immer auf sich warten. Für die ehrlichen Unternehmen und Beschäftigten im Taxi- und Mietwagengewerbe bedeutet das vor allem: weiteren wirtschaftlichen Druck und zusätzliche Wettbewerbsnachteile gegenüber Anbietern, die sich nicht an Regeln halten. Der Magistrat muss endlich handeln. Wie viele Taxifahrer*innen müssen noch in den Ruin getrieben werden, bevor etwas passiert?“

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Dunkle Zeiten für Mieter*innen – Mietspiegelmiete steigt um fast 20 Prozent

Der neue Frankfurter Mietspiegel für 2026 soll diesmal – mit Verzögerung und ungewöhnlicherweise durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung – spätestens ab dem 1. Juli 2026 in Kraft treten. Wie zu erwarten war, hat sich die durchschnittliche ortsübliche Vergleichsmiete erneut erhöht. Dazu erklärt Deniz Avan, Stadtverordneter der Fraktion Die Linke im Römer:

„Der neue Mietspiegel für 2026 kommt bald und er verheißt dunkle Zeiten für die Menschen in Frankfurt. Die durchschnittliche Mietspiegelmiete wird bei 12,28 Euro pro Quadratmeter liegen. Das bedeutet, dass Vermieter*innen die Miete bald wieder orientierend am Mietspiegel kräftig erhöhen können und das auf völlig legale Weise. Die Entwicklung der Mieten in Frankfurt kennt nur eine Richtung: steil nach oben. Die Zahlen für dieses Jahr sind besonders dramatisch. Im Vergleich zum Mietspiegel von 2022 ist das eine Steigerung von unglaublichen 19,3 Prozent. Eine solche Steigerung zwischen zwei neu erstellten Mietspiegeln gab es noch nie und sie ist äußerst besorgniserregend. In Frankfurt droht nun ein massiver Anstieg der Mieten, der katastrophale Folgen für Tausende Mieter*innen haben wird, die ihre Miete schon jetzt kaum noch aufbringen können. Dieser Mietspiegel wirkt wie ein Brandbeschleuniger auf bereits bestehende soziale Notlagen in Frankfurt und wird gleichzeitig neue schaffen.“

Zu Recht hätten mehrere Mieter*innenvereine, wie Mieter helfen Mietern Frankfurt e.V. und der Interessenverband Mieterschutz, den neuen Mietspiegel nicht anerkannt. Avan erklärt: „Die Berechnung des Mietspiegels in Frankfurt weist gravierende Mängel auf. Das Mietspiegelverfahren berücksichtigt ausschließlich Neuvermietungen und Mietpreisveränderungen. Bestandswohnungen und geförderte Wohnungen, die oftmals bezahlbar sind, werden überhaupt nicht berücksichtigt. Stattdessen fließen zahlreiche überhöhte Marktmieten, die rechtlich nicht zulässig wären und die Kriterien für Mietwucher erfüllen, in die Berechnung ein. Der Mietspiegel in Frankfurt ist in seiner jetzigen Form völlig verzerrt und mieter*innenfeindlich. Er bedarf einer grundlegenden Überarbeitung, sonst kann sich bald nur noch eine Handvoll Menschen das überteuerte Leben in dieser Stadt leisten.“

Avan abschließend: „Mit der künftigen Regierung unter CDU-Führung, die ein wohnungspolitisches Rollback bedeutet, werden die Mieten und damit der Mietspiegel noch weiter explodieren. Anstatt sich weiter auf Wohngeld zu verlassen, dass im Endeffekt eine staatliche Förderung der privaten Immobilienwirtschaft ist, brauchen wir dauerhaft günstige Wohnungen fernab von Marktprinzipien. Die Stadt muss endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum selbst in die Hand nehmen.“

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Digitale Zukunft darf nicht auf fossilem Gas aufgebaut werden

Die Linksfraktion im Römer kritisiert die Forderungen der IHK Frankfurt an die Politik nach einem beschleunigten Ausbau von Rechenzentren. Die Branche fordert mehr Flächen, schnellere Genehmigungen und den Abbau kommunaler Beschränkungen, doch blendet dabei die Folgen aus. Dazu erklärt die Fraktionsvorsitzende Daniela Mehler-Würzbach:

„Der Vorstoß der IHK ist ein durchsichtiges Manöver, um im Zuge der laufenden Koalitionsgespräche das Frankfurter Rechenzentrumskonzept zu schleifen. Dass auch Bundes- und Landesregierung aktuell die Weichen für einen nahezu grenzenlosen Ausbau der Rechenzentrumsbranche stellen, ist energie- und klimapolitischer Irrsinn.“

Schon heute steht rund ein Drittel aller deutschen Rechenzentren in Frankfurt. Laut einem im Mai veröffentlichten Magistratsbericht befinden sich aktuell zudem 14 weitere Rechenzentren im Stadtgebiet in Planung oder im Bau. Selbst eine von Wirtschaftsförderung und Regionalverband beauftragte Studie kam zu dem Ergebnis, dass die unmittelbaren regionalökonomischen Effekte der Rechenzentrumsbranche vergleichsweise gering ausfallen, während Flächen- und Energiebedarf überproportional wachsen. Alarmierend sei aus Sicht der Linken die geplante Umrüstung des Frankfurter Rechenzentrums CyrusOne FRA7 mit einem gasbetriebenen Kraftwerk, um die Kapazitätsengpässe ab 2029 zu überwinden.

„Mit solchen Gaskraftwerken wird ein Dammbruch vorbereitet. Was heute als Einzelfall erscheint, könnte zum Modell für zahlreiche weitere Projekte werden. Bisher begrenzen Stromkapazitäten den Ausbau der Branche. Wenn Netzengpässe künftig durch eigene fossile Kraftwerke umgangen werden, droht deutlich höherer Energieverbrauch und zusätzliche CO₂-Emissionen. Rechenzentren dürfen nicht zum Vorwand werden, neue fossile Abhängigkeiten zu schaffen. Wer Gaskraftwerke für angeblich grüne Rechenzentren plant, gefährdet die Energiewende. Die digitale Zukunft darf nicht auf der Verbrennung fossiler Rohstoffe aufgebaut werden“, so Mehler-Würzbach abschließend.

Die Antwort des Magistrats auf eine Anfrage der Linken bestätige die Problematik. Darin wird ausdrücklich auf die Konflikte zwischen fossilen Onsite-Generatoren und den Klimaschutzzielen hingewiesen. Auch in der Region wächst der Widerstand gegen neue fossile Infrastruktur. In Maintal konnte der Bau eines Gaskraftwerks für ein Rechenzentrum nach breiten Protesten aus der Bevölkerung und erheblicher öffentlicher Kritik zunächst verhindert werden.

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TenneT rote Linien aufzeigen

Anlässlich der Pläne des niederländischen Stromtrassenbetreibers TenneT am Berger Hang ein 15 bis 20 Hektar großes Umspannwerk zu errichten, äußert sich Heike Leitschuh, Stadtverordnete der Fraktion Die Linke im Römer:

„Die Linke will nicht warten, bis sich TenneT auf einen der drei Standorte festgelegt hat und der fertige Plan auf dem Tisch liegt. Wir fordern die Stadt Frankfurt auf, jetzt rote Linien aufzuzeigen, um ein Maximum an wertvollen Flächen zu retten. Das geplante Umspannwerk ist riesig. Mindestens eine der drei Standortalternativen liegt im Grüngürtel, bei allen dreien handelt es sich um wertvolle Böden mit artenreicher Vegetation in einem wunderschönen Naherholungsbiet. Auch die Landwirtschaft wäre negativ betroffen. Alle Standortalternativen bedeuten ‚erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft‘, wie Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) auf unsere Anfrage mitteilt. Trotzdem zögert die Stadt, TenneT klare Vorgaben zum Schutz von Natur und Umwelt zu machen. Wie kann das sein? Wir dürfen nicht warten, bis TenneT die endgültigen Pläne vorlegt.“

Laut Aussagen des Planungsdezernenten hätten verschiedene Ämter der Stadt TenneT Planungshinweise sowie Standortpräferenzen mitgeteilt. Leitschuh weiter: „Welche sind das und wie hat TenneT darauf reagiert? Das sollten die Bürger*innen wissen.“

Laut Gwechenberger werde die Stadt aktiv, wenn TenneT genauere Planungen vorgelegt habe. „Das ist viel zu spät. Starren wir jetzt wie das Kaninchen auf die Schlange auf ein Unternehmen, anstatt ihm klipp und klar zu sagen, was in Frankfurt geht und was nicht? Die Linke erwartet, dass die Verantwortlichen bereits jetzt alles tun, damit der Arten-, Natur- und Landschaftsschutz bei der Energiewende nicht unter die Räder kommt“, so Leitschuh abschließend.

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Mehr als eine Zwangsräumung am Tag – 488 Familien aus ihren Wohnungen geworfen

Auf Anfrage der Linksfraktion teilte die Stadtregierung aktuelle Zahlen zu Zwangsräumungen aus dem Jahr 2025 mit. Dazu erklärt Dominike Pauli, Stadtverordnete der Fraktion Die Linke im Römer:

„Die Zahlen sind schockierend: 488-mal haben wurden Menschen in Frankfurt aus ihren eigenen vier Wänden geworfen und haben ihr Hab und Gut verloren. Das entspricht mehr als einer Zwangsräumung pro Tag – und einem Anstieg von mehr als 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Tatsächlich wurden 2025 insgesamt 757 Zwangsräumungen in Frankfurt angedroht. Hinter jeder dieser Zahlen steckt eine menschliche Tragödie.  Der Verlust der Wohnung bedeutet für viele Menschen nicht nur das Ende eines sicheren Zuhauses, sondern auch eine soziale Abwärtsspirale. Familien verlieren ihren Lebensmittelpunkt, Kinder ihre gewohnte Umgebung sowie ihre Freund*innen und Mitschüler*innen. Das sind Familien, die teilweise in Obdachlosenunterkünften landen. Das sind Menschen, die alles verlieren – nicht wegen Eigenverschuldens, sondern weil die Miete unbezahlbar geworden ist. Weil sie in einer Stadt leben, in der Wohnen zum Luxus für Wenige geworden ist. Gesundheitliche Probleme – insbesondere psychische Belastungen – verschärfen sich durch Zwangsräumungen massiv.“

Die Anfrage ergibt, dass 103 Zwangsräumungen im Auftrag der ABG Holding durchgeführt wurden. Pauli kritisiert: „Dass die ABG Holding als öffentliche Wohnungsgesellschaft über 100 Familien vor die Tür gesetzt hat, ist unerträglich. Das ist ein Verstoß gegen den Auftrag, für den die ABG gegründet wurde. Eine städtische Wohnungsbaugesellschaft ist kein privates Profitunternehmen. Sie hat einen klaren sozialen Auftrag: Menschen, die es am Wohnungsmarkt besonders schwer haben, bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen. Sie muss Menschen in Not schützen und nicht auf die Straße setzen.“

Abschließend sagt Pauli: „Zwangsräumungen sind zutiefst unmenschlich und existenzgefährdend. Sie müssen um jeden Preis verhindert werden. Wir brauchen einen Zwangsräumungsstopp und eine strikte Regulierung der Mietpreise. Die Mieten müssen dauerhaft sinken und die Stadt Frankfurt Wohnen endlich als Grundversorgung betrachten. Jedes Zuhause zählt. Jeder Mensch verdient ein Dach über dem Kopf.“

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